Offener Dialog

Der «Offene Dialog» ist eine moderiertes Gespräch, welches in Form von Netzwerkgesprächen zum Einsatz kommt. In einem Netzwerkgespräch kommen unterschiedliche Stimmen und Sichtweisen in einen Dialog. Teilnehmende können alle Personen aus dem Umfeld der hilfesuchenden Person sein, die als unterstützend angesehen werden.

Der «Offene Dialog» hat seine theoretischen Grundlagen aus den System- und Dialogtheorien und bedient sich einer Reihe systemtherapeutischer Praktiken.

Netzwerkgespräche

In einem Netzwerkgespräch kommen unterschiedliche Stimmen und Sichtweisen von Familienmitgliedern, Freunden und vielleicht auch von Arbeitgebern und therapeutischen Personen in einen Dialog.
Der Dialog wird moderiert von zwei Moderator*innen. Für die Moderation dieser Gespräche muss eine systemische Fortbildung in Open Dialogue gemacht werden.
Im Zentrum des Gesprächs steht dabei, die Stimmen der Anwesenden zu hören und die Vielstimmigkeit der Gruppe in einem Dialog als Stärke herauszuarbeiten. Dabei erhalten alle Beteiligten des Netzwerkgesprächs die Möglichkeit ihre Sorgen, Bedürfnisse, Hoffnungen und Ideen zu formulieren.

Polyphonie

Verschiedene sich unterscheidende «Stimmen» sind ein grundsätzliches Phänomen in der Kommunikation: Es existieren immer unterschiedliche Standpunkte. Ein Dialog lebt von der Interaktion vieler, auch nicht vereinbarer «Stimmen» – Polyphonie (Vielstimmigkeit). Diese Unterschiedlichkeit kann nicht durch eine gemeinsame Wahrheit überwunden werden, doch können echte Dialoge zu neuen Sichtweisen in den jeweils spezifischen, persönlichen Lebenskontexten führen. Dies ist ein niemals abgeschlossener Prozess.

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